A Travellerspoint blog

Belfast

Stadt im Aufbruch


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  • 5.August Nach einer anstrengenden Nacht (Geschnarche im Zimmer) und einer langen Busfahrt (mit Kinder-Geschrei) bin ich in Belfast angekommen. Als erstes habe ich die imposante City Hall besucht (nur von aussen, weil am Wochenende geschlossen). Dann wollte ich eigentlich einen gefuehrten Spaziergang durch die Stadt machen. Aber scheinbar war ich die einzige, die daran teilnehmen wollte (weil es wieder mal in Stroemen geregnet hat). Deshalb haben sie mir bei der Agentur angeboten, dass ich dafuer die Bus-Tour durch die Stadt zum halben Preis machen koenne. Das habe ich dann auch gemacht und habe so einen ziemlich guten Ueberblick ueber die Stadt gewinnen koennen.
  • 6.August Zuerst die Linen Hall Library (aelteste Bibliothek in Belfast) besucht und ein Bischen in einem Geschichtsbuch ueber Irland geschmoekert). Dann habe ich an einer Tour durch die City Hall teilgenommen. Das Regierungsgebaeude ist von Innen genauso imposant wie von Aussen! Auf der St.Ann's Cathedral posiert ein riesiger Stachel, der in der Schweiz hergestellt wurde :-). Das komische Ding sorgt in der Bevoelkerung aber anscheinend fuer sehr viel Aufruhr. Dafuer ist in der Seitenfassade das groesste Irische Hochkreuz eingebaut...oder irgend so etwas. In den Protestantischen Quartieren rund um die Sandy Row und Shankill Road protzt man mit Flaggen von Grossbritannien, Blau-Rot-Weiss angemalten Trottoir-Raendern und Strassenlampen und ziemlich aggressiven Wandbildern mit vermummten Kriegern und aehnlichem. Die Katholischen gebiete waren da viel weniger agressiv und meiner Meinung nach gemuetlicher. Zwischen den beiden Stadtteilen verlaeuft die sogenannte "Peaceline" - Eine Mauer mit Stacheldraht drauf. Komische Art, den Frieden zu wahren...
  • 7.August Am letsten Tag in Nordirland habe ich wieder Mal eine Tagestour gemacht. Die hat mich unter anderem zum Giant's Causeway - was SEHR eindrucksvoll war. Ihr koennt euch schon mal auf die Fotos freuen. Zur Abwechslung haben wir naemlich auch mal super Wetter gehabt. Dort ist mir aber dann auch noch das groesste Missgeschick der Reise passiert - Der Foeteler ist mir auf dem WC aus der Hose gefallen und das Display kaputt. Ich habe mich darueber SEHR aufgeregt.

Posted by Guebi 13:46 Archived in Northern Ireland Comments (0)

Derry

Free Derry

overcast -17 °C
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  • 3.August Gegen Mittag bin ich in Nordirland in Derry angekommen. Meinen Aufenthalt habe ich mit einem Besuch im Tower Museum begonnen, welches die Geschichte Derrys in anschaulicher, multimedialer Aufmachung praesentiert. Ein Museumswaerter hat irgendwie den Narren an mir gefressen und ist immer wieder aufgetaucht, hat gefragt ob alles in Ordnung sei und wir haben ueber Krieg und die Neutralitaet der Schweiz diskutiert. Fuer ihn ist die Einstellung der Schweiz sehr bewundernswert und man hat gespuert, dass er eine Vergangeneheit kennt, die nicht auf Neutralitaet basiert... Ich bin trotzdem jedes Mal wieder erschrocken, wenn er irgendwo um die Ecke kam und mich anlachte :-)

    Nach dem Museum bin ich auf die Stadtmauer (eine der wenigen total erhaltenen Stadtmauern Europas habe ich mir sagen lassen - bei mir war es nach Chester schon die zweite). Auf der Stadtmauer kann man in etwa 1,5 Kilometern einmal um die Altstadt Derrys spazieren. An einem Punkt hatte es so eiserne Barrikaden und ich habe mich gefragt, was das soll... Bis ich bemerkt habe, dass von unterhalb der Stadtmauern Leute aus dem Bogside Quartier Steine warfen!!! Auf der Tour am naechstsen Tag habe ich dann erfahren, dass die Barrikaden damals auch genau deswegen errichtet wurden, um die umliegenden Haeuser (innerhalb der Stadtmauern) zu schuetzen. Dass Leute immer noch Steine werfen ist aber die Ausnahme. Ich glaube in meinem Fall waren es irgendwelche Teenager.

    Weiter war ich in der Guildhall, einem politischen Gebaeude (ich glaube so etwas wie ein Ratshaus) mit faszinierendem Innern!!! Vor allem die Fenster sind einzigartig und in einem Saal war eine riesige und maechtige Orgel - wohl die groesste, die ich je gesehen habe. Der Saal wirkte richtig bedrueckend und gefaehrich auf mich - unter anderem auch weil gerade keine anderen Besucher da waren... Auch von Aussen erinnert die Guildhall ein Bischen an eine Kreuzung zwischen Kirche (wegen den bunten Fenstern) und Big Ben (wegen einem Turm mit Uhr). Absolut toll.

    Nach einem weiteren Bummel durch die Stadt bin ich Abends in eine Schueler (bzw. Studenten-) Musical-Auffuehrung von Les Miserables. Absolut hammer, wie da die einzelnen Leute in meinem Alter gesungen haben. Hat mich echt vom Hocker gehauen.

  • 4.August Der Tag hat mit einem Bummel durch das Bogside Quartier begonnen mit den riesigen Gemaelden an den Haeusern (Murals). Dann habe ich an einer gefuehrten "Free Derry"- Tour durch das Quartier teilgenommen. Der Fuehrer war einer, der selber in den Aufstaenden der 60er und 70 Jahre in Derry aktiv war und beim "Bloody Sunday" mit dabei war. Eine sehr faszinierende Tour durch die Geschichte. Es ist sowieso eine sehr spezielle Stimmung hier. Es scheint, dass alle Menschen so froh sind, dass hier endlich Frieden eingekehrt ist (und ich habe erfahren, dass die Briten erst vor 2 Tagen gerade ihre Armee aus Nordirland zurueckgezogen hat - was wohl noch zusaetzlich zur Stimmung hinzukommt), dass der Friede richtig in der Luft liegt. Es ist eine sehr schoene und entspannte Stimmung hier. Mir war ja erst etwas mulmig zu Mute, als ich in das Quartier hinein ging, aber die Angst war absolut unberechtigt.

    Nach einem Zmittag in der Jugi bin ich noch ins "Free Derry Museum" , das moch mehr Hintergruende, Ton- und Filmdokumente zu den Aufstaenden in Derry geliefert hat. Ebenfalls sehenswert und beeindruckend. Dann noch kurz zur Crafts Village, wo am Samstag aber leider nicht viel los ist. Die Kathedralen nur von aussen betrachtet und am Abend noch ins Kino zu EVAN ALMIGHTY.

Fazit: Derry ist echt sehenswert und teilt sich in meiner Rangliste mit Dublin und Galway die ersten 3 Plaetze.

Posted by Guebi 12:08 Archived in Northern Ireland Comments (0)

Sligo

Viel Geduld ist gefragt

overcast
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Fahrplanmaessig sollte mein Bus um 11:30 in Sligo ankommen. Tatsaechlich hatten wir 5 Minuten Verspaetung - was ich als nicht schlecht taxierte. Ich wusste aber auch, dass die Rezeption meiner Jugi um 12 Uhr schliesst und erst um 4 Uhr Nachmittags wieder aufmacht. Also habe ich mich auf die Socken gemacht. Den Anweisungen gefolgt, bis ich 5 vor 12 die Jugi weit und breit noch nirgends sah. Also habe ich angerufen, um sicher zu stellen dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass noch jemand da sein wird wenn ich ankomme. Leider hat nur noch der Telefonbeantworter abgenommen und ich wusste, dass ich vor 4 Uhr gar nicht mehr auftauchen musste. Also bin ich mit Sack und Pack in die (eigentlich sehr herzige) Stadt und habe mir ein frust-menu im Burger King gegoennt. Danach bin ich irgendwann am Fluss auf eine Bank gesessen und habe gelesen bis 3. Dann bin ich den weiten Weg zur Jugi (die gehoert irgend einer Kirche und ist deshalb, wohl Traditionsgemaess, auf einem Huegel gelegen. Ziemlich anstrengend mit Sack und Pack). Die Rezeptionistin ist natuerlich mit einer halben Stunde verspaetung angekommen - so lange habe ich noch vor der Jugi gelesen. Wenigstens war das Wetter gut!
Mein Zeug abgeladen bin ich noch mal durch Sligo, das vor allem viele Spuren von William Butler Yeats aufweist. Aber auch sonst ein sehr suesses Staedtchen.

Am zweiten Sligo Tag hatte ich wieder mal eine ernsthafte durchhalte-Krise. Morgens bin ich nach Carrowmore, zu den uralten Graebern, die man dort findet. Mit dem ersten Bus hingefahren und als erste vor Ort hatte ich das ganze Gelaende mehr oder weniger fuer mich und konnte auch schoene Fotos machen. Dann habe ich realisiert, dass der naechste Bus nach Sligo erst nachmittags um 3 faehrt. Also habe ich mir eine Wegbeschreibung geholt und bin losgelaufen. Die Leute dort haben gesagt es seien etwa 3 Kilometer bis Sligo und einen kleinen Spaziergang fand ich ganz ok. Etwa nach einem Kilometer hat mich dann aber ein Bus aufgelesen (der gleiche Buschauffeur, der mich hinausgebracht hat) und irgendwie ist der doch nach Sligo - anders als man mir in Carrowmore gesagt hat. Na ja, jedenfalls waren das sicher mehr als 3 Kilometer und ich war froh konnte ich mitfahren.
Zum Zmittag bin ich zurueck in die Jugi - und die war menschenleer!!! Ich bin in jedes Zimmer und ueberall hin. Es gab keine Taschen, keine Spuren von anderen Gaesten. Da war ich also, ganz alleine. Ein komisches Gefuehl in einem so riesigen Haus. So schnell wie moeglich ging ich wieder in die Stadt mit der Angst, das Haus koennte Abends immer noch so leer sein. In der Stadt habe ich das County Museum, das Yeats Memorial Centre, den Hafen, die Kathedrale und die Touristeninformation besucht. Und als ich damit fertig war, war erst 3 Uhr Nachmittags. Ich war am verzweifeln - der Tag schien kein Ende zu nehmen. Also habe ich beschlossen, ins Kino zu gehen. Dort habe ich HAIRSPRAY gesehen. Ist nicht wirklich empfehlenswert. Aber danach konnte ich wenigstens in die Jugi (wo es gottseidank Leute hatte...). Und irgendwie ging der Tag dann doch noch zu Ende.

Posted by Guebi 04:21 Archived in Ireland Comments (0)

Noch mehr Galway...

...und ein irischer Tanzkurs

sunny

Meinen letzten Tag in Galway bin ich gemuetlich angegangen und ich habe wieder Mal ueberschuessiges Zeugs (Souvenirs und das Harry Potter Buch) per Post nach Basel geschickt. Am Abend bin ich dann miteiner deutschen Zimmergenossin (Kathrin) in einin Tanzkurs, wo wir einen irischen Zanz erlernt haben :-). War ganz lustig, ausser dass mein spanischer Tanzpartner irgendwie den Dreh nie ganz geschnallt hat.... und ich wuerde von mir ja nie behaupten, dass ich eine begabte Taenzerin bin, aber sogar ich habs geschnallt!!! :-)

Posted by Guebi 04:14 Archived in Ireland Comments (0)

Galway

...und die Sonne schien!!!

sunny 18 °C
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Kaum in Galway angekommen hat sich die Sonne auch wieder mal gezeigt. Ich habe also mein Harry Potter Buch gepackt und bin runter ans Meer und habe dort gelesen bis ich zu kalt hatte. Die Sonne mag zwar scheinen, aber die Temperaturen sind selten ueber 20 Grad.

Gestern bin ich dann auf die groesste der Aran Islands, auf Inish Mor. Mit dem Shuttlebus zum Hafen und mit der Faehre ca 45 Minuten zu der etwa 15 mal 3 Kilometer kleinen Insel uebergesetzt. Dort habe ich ein Velo gemietet und bin guten Mutes losgefahren. Ich habe das beruehmte Fort besucht, das direkt an den steilen Klippen steht (und dessen Namen ich vergessen habe). Ein bischen Mulmig wurde es mir schon, als ich direkt vor dem Abgrund stand!!! Ansonsten bin ich mehr oder weniger hin, wo mich der Weg gerade brachte und habe das herrliche Velowetter genossen. Sonne, mit einem leichten Wind und nicht zu heiss. Nach 4 Stunden velofahren war ich dann aber doch ziemlich kaputt. Ich hatte naemlich beschlossen, nicht nur den Hauptstrassen entlang zu fahren, sondern auch kleinere Nebenstraesschen zu nehmen. Landschaftlich hat sich das auch gelohnt, aber zwischendurch bin ich so auf auf schrecklich kleinen und steinigen Strassen gefahren. Bei einem kleinen Wiler hat mich auch noch ein Hund angreifen wollen - ich war gerade in die Karte vertieft, als er ploetzlich neben meinem Velo her lief. Ich bin total erschrocken und das hat er wohl bemerkt und hat nach meinem Fuss geschnappt. Mit meiner rhetorischen Ueberzeugungskraft habe ich ihm aber dann gesagt, ob ich ihn dulden werde oder nicht!! :-) (ein ueberzeugendes 'NEI!' hat da schon gereicht ;-))
Abends bin ich dann mit der Faehre zurueck und musste noch eine Stunde warten bis mein Bus zurueck nach Galway faehrt. Die nette Dame von der Touristeninformation hat mir sogar ihr Buch ausgeliehen, damit ich mich so lange beschaeftigen kann (Den Harry Potter habe ich unterdessen fertig...). Zudem habe ich mich mit einem Buschauffeur (Jahrgang 30) ueber Irland unterhalten. Ist schon krass, wie vor allem die aelteren Menschen hier noch einen tiefen Hass gegenueber den Briten verspueren. Total uebel kann man es ihnen aber auch gar nicht nehmen.

Posted by Guebi 01:06 Archived in Ireland Comments (2)

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