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Edinburgh

Das mittelalterliche Manhattan

overcast

12.August Mit dem Bus bin ich nach Edinburgh gefahren, was nur etwa 1,5 Stunden dauert. Der Anblick der Burg und der Altstadt hat mich schon vom Bus aus fast umgehauen. Eine absolut faszinierende Stadt, die nicht umsonst den Beinamen "mittelalterliches Manhattan" traegt. Die haeuser der Altstadt gleichen von der Bauweise her im weitesten Sinne der Berner Altstadt, nur dass sie viiiiiel hoeher sind - richtige Hochhaeuser im mittelalterlichen Stil mit Schnoerkeln und Tuermchen und allem wilden. Richtig umwerfend (umso mehr im Abendlicht...)

Ich bin dann den Huegel hinauf gekrakselt und habe die Burg besucht. Ebenfalls sehr eindruecklich mit vielen Museen, den Schottischen Kronjuwelen, dem Stone of Destiny (dem Stein, auch welchem die Schottischen Koenige gekroent wurden), einem Kriegsmuseum (die Schotten haben ja eine riesige Kriegsgeschichte und waren immer gefuerchtete Krieger - worauf sie bis heute sehr stolz sind). Das Museum wuerde wohl einen ganzen Tag in Anspruch nehmen - ich hatte leider nur 4 Stunden zeit bis es geschlossen hat.

13.August Als erstes habe ich erfolglos das in meinem Reisefuehrer geruehmte Tartan-Museum zu finden, habe es dann aber irgendwann aufgegeben. Einen Abstecher in die National Gallery mit grossen und beruehmten Malern. War eindruecklich, aber ich war trotzdem nicht wirklich lange drin. Ich musste meinen Rucksack in den Haenden tragen und im oberen Stock war gar kein Gepaeck erlaubt (Sicherheitsvorkehrungen). Da bin ich lieber weiter zum Scotch Whisky Heritage Centre, wo ich eine Whisky-Tour gemacht habe ueber Geschichte und Herstellung vom schottischen Whisky (bin schon bald eine Whisky-Expertin ;-)). Das Whisky-Glas, aus welchem ich meinen gratis Whisky getrunken habe, durfte ich als Souvenir sogar behalten.

Im Palace of Holyroodhouse wohnt die englische Queen oder andere koenigliche Hoheiten immer dann, wenn sie in Schottland sind. In der Tour durch das Schloss hat man viele Raeume gesehen, in welchen Staatsgaeste empfangen werden und Anlaesse abgehalten werden - einen Einblick, wie die englischen Koenige aber selbst wohnen gabs leider keinen. Lediglich die Gemaecher der ehemaligen Mary Queen of Scots waren zugaenglich... Aber das ist ja jetzt auch ein paar Jahrhunderte her.

Die Mary King's Close war hingegen sehr beeindruckend. Das sind 4 alte Gassen, die im 17. Jahrhundert einfach ueberbaut wurden. Dafuer wurden die hohen Haeuser einfach 'enthauptet' und als Fundament fuer das neue Haus benutzt. Die mittelalterlichen Gassen und einige Haeuser bleiben aber bis heute erhalten und man kann eine Fuehrung durch die unterirdische Stadt machen. Da dieser Stadtteil mit abertausenden von Einwohnern damals sehr stark von der Pest heimgesucht wurden war das ein grosses Thema. Ausserdem glaubt man, dass es in den Gassen spukt und so gab es viele schaurige Momente (vor allem dank unserem Fuehrer, der sich einen Spass daraus machte, uns Angst einzujagen). Trotzdem eine sehr eindrueckliche Reise ins mittelalterliche Edinburgh.

Am Abend ist Amanda, eine Schottin, in mein Zimmer gekommen mit einer Flasche Wein in der Hand (was bei Schotten normal sei) und hat mir Wein angeboten. Also haben wir zusammen die Flasche geleert und sind dann zu einem Hamburger und einem Gin Tonic in ein nahegelegenes Pub. War ganz lustig, mal mit einer SCHOTTIN unterwegs zu sein und nicht immer mit anderen reisenden Auslaendern.

14.August In meiner Tagestour bin ich zum Wallace Monument, das dort steht, wo der beruehmte William Wallace (aus dem Film Braveheart bekannt) die britischen Soldaten besiegt hat. Braveheart selbst war noch einmal ein anderer Schottischer Held und gar nicht William Wallace, wie ich von der jungen und super lustigen und kompetenten Reisefuehrerin erfahren habe. Der Film habe sowieso wenig mit den wirklichen Gegebenheiten zu tun (so hatten sie z.B. auch noch keine blaue Farbe, um sich die schottische Flagge aufs Gesicht zu malen), aber sie hat ihn trotzdem gemocht, weil er so brutal ist. Debs (so hiess die Reisefuehrerin) hat sich sowieso einen Spass daraus gemacht, zu erzaehlen, wie die Leute damals hingerichtet wurden - so z.B. Braveheart der auf grausamste weise gefoltert, aber immer nett am Leben erhalten wurde oder Mary Queen of Scots, die ja eigentlich gekoepft wurde, aber der Kopf erst beim 3.Mal wirklich abgetrennt wurde. Sie hatte sogar ein Spielzeug-Schwert dabei und hat die Dinge im Bus vorgespielt. Es war SUPPER :-)

Nach eindruekclichen Landschaften und Wasserfaellen sind wir in die aelteste Whisky-Destillerie Schottlands zum Famous Grouse Experience mit noch mehr Whisky. Wie gesagt - mir kann jetzt in Sachen Whisky niemand mehr etwas vormachen!!! ;-)

Am abend gings dann noch ins Military Tattoo im Schlosshof. Es hat zwar waehrend der ganzen Show geregnet, aber so gehoert es sich ja schliesslich in Schottland ;-) Die Show selber war echt spektakulaer und supper. Einfach etwas zu kurz, so schien es mir.

15.August Heute gibt es wieder einen etwas entspannteren Tag, bevor ich dann morgen weiter nach Aberdeen reise.

Posted by Guebi 04:56 Archived in Scotland

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